<%@ Page language="C#" %> Interview zum Thema Zahnspangen für Erwachsene mit Frau Dr. Zellmann, Praxis für Kieferortophädie Berlin KFO Berlin Tiergarten Mitte Moabit
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Interview mit Frau Dr. Zellmann zum Thema
Zahnspangen für Erwachsene

Frau Dr. Zellmann, wie viele Erwachsene lassen sich mit einer Zahnspange behandeln?      

Es sind viele Erwachsene die sich mit Zahnspangen behandeln lassen und es werden immer mehr. Das liegt sicher auch daran, dass die Möglichkeiten immer vielfältiger werden und man beispielsweise mit innenliegenden Zahnspangen tolle Möglichkeiten hat zur Behandlung hat, die kaum sichtbar sind.

Passiert das aus kosmetischen Gründen? Oder weil es wirklich Probleme mit Schmerzen gibt?      

Natürlich geht es häufig auch um kosmetische Probleme. Meine Erfahrung ist allerdings, dass kosmetische und funktionelle Probleme oft gemeinsam auftreten. Die Zähne bewegen sich immer, die Zahnstellung verändert sich. Wenn die Zähne stabil, schön und gesund sind, ist auch mit dem Kiefer alles in Ordnung. Stehen sie aber schief oder falsch kann es beispielsweise nicht nur „nicht so gut aussehen“ sondern auch zu Schmerzen führen. Stellen Sie sich einen Zaun vor bei dem eine Latte zu weit vorne steht. Stoßen Sie ihn von hinten an, fällt er viel schneller um. Er ist nicht mehr so stabil. Stehen aber alle Latten eng beieinander kann nicht so viel passieren. Die Beseitigung einer Fehlstellung kann bei Erwachsenen einen operativen Eingriff notwendig werden lassen. Damit kann dann zum Beispiel ein rückliegender Unterkiefer nach vorn geholt werden und die bislang fliehende Kinnpartie automatisch verschönern. Das ist nicht nur eine Verbesserung der Gesichtsästhetik, sondern es hat auch einen Anti-aging-Effekt zur Folge, weil die gesamt Kinnpartie straffer wird. Im Übrigen ist eine korrekte Zahnstellung die Grundlage für alle weiteren Versorgungen an den Zähnen wie beispielsweise Brücken und Kronen.   

Wie sichtbar sind denn die Zahnspangen für Erwachsene? Was gibt es da für Möglichkeiten?  

Es gibt sehr viele unterschiedliche Möglichkeiten, wie beispielsweise die Behandlung mit einer durchsichtigen Schiene. Ist das Problem damit nicht lösbar, kann natürlich auch mit einer festen Spange, den sogenannten Brackets behandelt werden, die beispielsweise an der Innenseite der Zähne befestigt sind. Durch das neue digitale Planen kann alles sehr individuell und optimal angepasst werden. In allen Fällen ist es das Bestreben, den Erwachsenen während der Zahnregulierung möglichst so gut wie gar nicht optisch zu beeinträchtigen.  

Wie lange muss die Zahnspange ungefähr getragen werden?    

Grundsätzlich hängt die Behandlungsdauer vom Schweregrad der Zahnfehlstellung und der Art der gewählten Behandlung ab. Im Regelfall beträgt die Behandlungsdauer zwischen einem und zwei Jahren.

Wie hoch sind die Kosten? Was übernimmt die Krankenkasse?      

Die Kosten sind behandlungsabhängig und liegen zwischen 3.000 und 6.000 Euro, können in schwierigen Fällen aber auch noch teurer sein. Da die Krankenkassen bei Erwachsenen jedoch nur in besonders schweren Fällen Zuzahlungen leisten, handelt es sich somit in der Regel um eine Privatleistung. Allerdings werden Teilzahlungsmodelle angeboten wie bei anderen Eingriffen auch, so dass die nachhaltige und lebenslange Zahnstabilität und Schönheit für jeden finanzierbar ist.

Hat so eine Zahnspange für Erwachsene auch Nachteile? Passiert beispielsweise etwas mit der Anfälligkeit der Zähne?  

Nein, dass ist nicht der Fall. Der einzige Nachteil ist vielleicht die regelmäßigen Termine alle sechs bis acht Wochen beim Kieferorthopäden. Für viele ist es auch eine Mehrbelastung, dass sie mehr auf ihre Zähne achten müssen, also beispielsweise gründlicher Zähneputzen müssen. Möchte man jedoch schöne und gesunde Zähne, ist die erhöhte Bereitschaft zur Pflege aber eine wichtige Voraussetzung.  

Bis zu welchem Alter ist die Behandlung mit einer Zahnspange möglich?    

Ein Professor der Charité hat einmal gesagt: Solange ein Zahn im Mund ist, kann man ihn bewegen. Davon abgesehen muss aber natürlich auf den Zustand insbesondere von Zahn und Kiefer Rücksicht genommen werden. Der kann sich mit vorschreitendem Alter verändern. Mein ältester Patient war beispielsweise über 70 Jahre alt.

Das Gespräch führte die Journalistin Anne-Sophie Dreschke per Telefon.